Der Alstadener Bürgerring lud für den heutigen Montag, 27.04.2015 zu einem Workshop in Sachen Windpark-Ruhraue ein. Vorsitzender Jens Kassen zeigte sich entschlossen, mit aller Kraft gegen das geplante Vorhaben in Mülheim an der Ruhr vorzugehen (ich berichtete schon darüber).

Das Treffen war hochkarätig besetzt: Neben dem kompletten Vorstand des Bürgerrings und vielen interessierten Bürgern waren fast die kompletten Bezirks-Parteispitzen von SPD, CDU, GRÜNE und mir anwesend. Eine seltene Einigkeit der Politik und Bürger sorgte für einen konstruktiven Ablauf der Veranstaltung mit vielen Anregungen und Ideen für ein weiteres Vorgehen.

Es wurde verabredet, weiterhin unbequem zu sein und das Vorhaben mit verschiedenen Aktionen, Anfragen und Briefen zu torpedieren – vielleicht schreckt schon ein gesundes Maß an Gegenwind mögliche Investoren von diesem Projekt ab.

Es handele sich bei diesem Projekt sowieso nur um ein Prestigeobjekt ohne wirtschaftlichen oder ökologischen Nutzen, so Marianne Vier, die Ehrenvorsitzende des Bürgerrings.

Einig war man sich auch, dass man wenig Handhabe gegen den geplanten Windpark habe und nicht in die Verwaltungshoheit der Stadt Mülheim an der Ruhr eingreifen kann, zumal die Fläche genau mit diesem Zweck im regionalen Flächennutzungsplan eingetragen ist.

Ein interessanter Ansatzpunkt ergab sich in der Meinung, es gäbe eine Studie des Bundes-Umweltministeriums, signifikante Belastungen der Bürger durch Infraschall würden in einem Radius von zehnfacher Höhe einer Windkraftanlage auftreten. Dies entspricht dann einem Umkreis von 1,9km um die Anlage. An den geplanten Flächen ist die erste Wohnbebauung nur ca. 450m entfernt. In der Bauordnung des Freistaats Bayern gilt eine entsprechende Entfernung gesetzlich vorgeschrieben.

UPDATE: Ich konnte eine Studie des bayerischen Umweltamts aus 2011 finden, die eine Beeinträchtigung durch Infraschall Belastung verneint. Vielleicht sollte man hier noch einmal weiter recherchieren. (Download siehe unten)

Weiterhin wurde angemahnt, dass die Machbarkeitsstudie aus Mülheim an der Ruhr nur im Ergebnis („Ja, ist machbar.“) bekannt ist und ansonsten nicht offenliegt. Herr Kassen möchte jetzt durch eine Anfrage an die Oberbürgermeisterin von Mülheim an der Ruhr erreichen, Einblick in das gesamte Gutachten zu erhalten.

Ich persönlich werde mich dieser Sache auch annehmen:

  • Ich werde einen Kontakt in die Politik nach Mülheim an der Ruhr nutzen und genau dieses Gutachten anfragen
  • Ich werde das Infraschall-Gutachten und das Gesetz aus Bayern heraussuchen
  • Ich werde die Landtagsfraktion der Freien Demokraten in NRW anschreiben und nachfragen, ob das Gesetz aus Bayern nicht hierzulande auch sinnvoll sein könnte

Ich werde weiter über dieses Thema berichten…

UPDATE:

Hier eine Sammlung verschiedener Informationsquellen: